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Ägyptische Mythologie Von Isis und Osiris und den anderen Götter der Ägyptische Mythologie wollen wir hier schreiben.

 
 
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Alt 25.08.2006, 00:14   #41
uwila
die Eule
 
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Hm, also so wie ich das verstanden habe, ist Annwyn nicht unbedingt das Totenreich, sondern eine "Anderswelt". So im Sinne von Avalon - wird auch manchmal mit diesem gleichgesetzt, oder Avalon wird als eine der vielen Inseln der Anderswelt beschrieben. Noch am ehesten könnte man es mit "Feenreich" beschreiben. Tote kommen da nicht hin, nur Lebende verirren sich manchmal dorthin (oder werden entführt) und kommen nur selten wieder. Die Anderswelt ist schön aber gefährlich. Sie ist, im Gegensatz zum Ägyptischen "Paradies" nicht woanders, sondern sie ist ständig um uns herum - wir nehmen sie nur nicht war. Manchmal ist sie unterirdisch oder unter der Wasseroberfläche. Druiden gehen dorthin, aber im Gegensatz zu vielen Helden absichtlich um Magie und Weisheit zu tanken (es ist ganz einfach da reinzustolpern, ein Nebelfeld oder das Eintreten in eine Höhle, das Eintauchen in einen See reichen da aus - so als ob man mit dem Fahrstuhl fährt, aber in der falschen Etage aussteigt), Magie durchdringt alles, alles ist viel schöner aber auch viel schrecklicher. Alles ist ewig, die dort Lebenden (Feen, Elfen und so) sind unsterblich. Zu Samhain ist sie näher an unserer Welt als sonst, Dagda, der Allvater und Sonnengott vereinigt sich mit der Morrigna um ihren Beistand gegen die Formorii zu gewinnen...
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Edward Young "The Complaint - Night Thoughts On Death And Mortality"
uwila ist offline  
Alt 25.08.2006, 23:21   #42
Ma'en
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Nu ja, so gesehen ergibt sich da schon eine gewisse Verbindung mit Anubis:
Wenn die Ägypter von einer solchen Anderswelt, wie du sie beschrieben hast, gehört hätten, dann hätten sie wahrscheinlich am ehesten Anubis oder Upuaut damit in Verbindung gebracht... Upuaut, 'der die Wege öffnet' und Anubis sind beides Götter, die den richtigen Weg weisen und in unbekanntem Gelände weiterhelfen - also etwa einem Toten eine hilfestellung beim Weg durchs Jenseits bieten.

Aber ich gebs zu, das ist jetzt schon um mindestens zwei Ecken gedacht. Andererseits, warum immer blos geradeaus denken?


senebty

Ma'en
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- aus einer Rede as Amun an die Urgötter
Ma'en ist offline  
Alt 28.08.2006, 19:36   #43
uwila
die Eule
 
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@ Ma'en: Hm... in manchen magischen Texten klingt ja an, daß die Nacht sowas wie eine Anderswelt zum Tag darstellt - der selbe Ort und doch nicht der selbe Ort. Und du hast Recht, die Seele des Verstorbenen muß erst durch eine Zwischenwelt durch um in den "Westen" zu kommen, und die beiden Weggötter helfen ihm da durch.
Aber bei den Ägyptern kommt man da nur als Toter hin - und vor allem nicht wieder.


Was ich aber eigentlich sagen wollte, war daß Annwyn auf sprachlicher Ebene nix mit Anubis zu tun haben kann, weil er (Anubis) ja korrekterweise Inpu heißt...

Und Amun sieht nur zufällig in lateinischen Buchstaben so aus, wie eine der Schreibweisen von Annwyn, die aber völlig anders ausgesprochen wird (da müsste ich auch erst in mein Mabinogion gucken, um das genau rauszufinden). Noch eim Problem mit der These: Das Altägyptische kann zu den semitischen Sprachen gezählt werden, und die funktionieren ganz anders. Der Sinn eines Wortes steckt immer in (meist) drei Konsonanten (den sogenannten Radikalen oder Wurzeln) und alle Wörter, die von dieser Sinnbedeutung abgeleitet sind tragen immer diese drei Konsonanten in sich. Vokale sind nicht wichtig für den Sinn des Wortes und werden oft nicht mitgeschrieben. In den ägyptischen Sprachstufen (bis auf Koptisch, da gibt es Vokale, weil größtenteils griechische Buchstaben) werden alle Vokale weggelassen. Was Wir manchmal als Vokale in den Wörtern finden, sind eigentlich schwache Konsonanten wie das Aleph, das Iod, das Ajin und das Wau (transkribiert als a, i oder j, wieder a, aber in der Kehle gebildet, u oder w) wo sowas völlig fehlt, wie in dem Wort für "schön" setzt man gemeinhin "e"s ein. Also: nfr - nefer.
Ergo: Amun kann nicht Annun sein, weil sich zwar die Vokale gleichen, aber die eigentlich wichtigen Konsonanten unterscheiden sich.

LHG,

uwila
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uwila ist offline  
Alt 14.01.2007, 03:48   #44
Ma'en
Ägyptomanin
 
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em hotep und Hallo allerseits!

Ich will diesen Thread hiermit mal wieder wiederbeleben.
Vielleicht können wir hier die Diskussion weiterführen, die grade im Thread 'neuheidnisch-ägyptisch' dabei ist doch sehr OT zu geraten?

Außerdem ist mir gerade langweilig...
(OT: Im Sinne der 'Esoterischen Tierwelt': Die ägyptische Katze, eine Unterart der Kritischen Ketzerkatze, kehrt soeben von einem Raubzug in fremdes Revier zurück wo sie mit viel Vergnügen die wackeligen Bauten monosynaptischer Jesusmäuschen zerfetzt hat. Jetzt ist sie wach, satt und zum spielen aufgelegt. Und keine Angst Nebtaui, die ägyptische Katze jagt keine Eulen, sie verpasst ihnen höchstens mal einen freundlichen Prankenhieb, wenn diese schräge Töne von sich geben. )

Aaalso, das Thema das ich hier zur Diskussion vorschlagen möchte ist sowohl in diesem wie in dem anderen Thread schon verschiedentlich angeklungen:
Die Wandlung und Wandelbarkeit der ägyptischen Götter

Grundsätzlich: es geht hier nicht um wahr und falsch, sondern um Denkansätze, Modelle, Metaphern und Erklärungsversuche

Es sind sich denke ich alle einig, dass man in der ägyptischen Geschichte Entwicklungen und Veränderungen in der Mythologie insgesamt und in Rolle und Wesen einzelner Götter nachweisen kann. (Meldet euch, wenn ihr es anders seht!)
Die interessante Frage ist aber meiner Meinung nach:

Haben sich die Götter selbst verändert? Oder hat sich nur das Bild verändert, das die Menschen von ihnen hatten?
Ist der Amun des Alten Reichs derselbe Gott wie der Amun des Neuen Reiches?
Ist der Horus der Frühzeit noch mit dem Horus des Edfutempels zu vereinbaren?
Was definiert also einen Gott? Sein Name, seine Gestalt, oder etwa sein politischer Einfluss?


Meine eigene Meinung zu dem Thema ist eng mit meinem generellen Verständnis der ägyptischen Religion verbunden. Danach sind die Gottheiten, die wir erfahren und mit denen wir kommunizieren immer 'gefiltert' durch die Brille unserer Wahrnehmung - das ging den alten Ägyptern genauso wie uns heute.
Daher würde ich meine eigene Frage ganz klar beantworten mit: Das Bild, das wir von ihnen haben ist das, was sich verändert.

Grundsätzlich hat für mich jede ägyptische Gottheit eine Vielzahl von möglichen Erscheinungsformen, und welche davon gerade in den Vordergrund tritt ist Situationsabhängig. Das heißt aber nicht, dass Gottheiten beliebig sind: Sie behalten doch immer ihre Eigenheiten und Unterschiede.
Demnach sind Horus und Amun doch immer Horus und Amun. Man kann sie nicht beliebig synkretisieren.
Horus kann Re-Harachte sein wenn man seine Rolle als Herr des Taghimmels betont, aber wer einen Horus-Ptah synkretisieren will der müsste mir das erst mal plausibel begründen wenn ich es glauben sollte.
Man kann Amun als verborgene Schöpferkraft, als gnädigen Helfer in der Not und als Garant des Königtums definieren, aber in der Unterwelt wird man ihm nicht begegnen und auch nicht in der Geschichte von Horus und Seth.
(Hui, ich hoffe ich hab mich damit jetzt nicht in die Nesseln gesetzt - wer mich widerlegen kann soll das gerne tun!)

Dieses Modell sehe ich als mit der altägyptischen Auffassung sehr gut vereinbar an: Neben der historischen Entwicklung hatten die Götter auch innerhalb der selben Epoche und sogar innerhalb des selben Tempels verschiedene Erscheinungsformen und Rollen.
Als Beispiel Amun im Neuen Reich: Als Amun-Re ist er in Karnak der Reichsgott, der König aller Götter. In den Texten der Königsgräber, nur ein paar Kilometer entfernt, taucht er dagegen als einer der Urgötter auf, ein einzelnes Mitglied einer Göttergruppe. Und auch in seinem eigenen Tempel hat er verschiedene Erscheinungen: Mal sitzt er als Amun-Re auf seinem Thron, mal steht er als der ityphallische Fruchtbarkeitsgott Amun-Min auf einem Lattichfeld.
In seinem Heiligtum ist er allgegenwärtig, nebenan in der Kapelle des Chons steht er bescheiden in der zweiten Reihe hinter seinem Sohn.
Und doch ist er nicht beliebig: seine Synkretismen, seine Darstellungsweise und seine Titel sind in jedem Fall genauestens ausgewählt und vermitteln eine theologische Aussage. (ich habe grad ein Seminar über die Dekorationsprinzipien der Tempel - die sind vom Grundriss bis zu den Details genauestens durchkomponiert. Auf den ersten Blick nur ein wildes Durcheinander schwarzer Punkte, und dahinter steckt eine Symphonie...)

Ok, genug der Schwafelei, ich hoffe ich habe mich einigermaßen verständlich ausgedrückt... Zustimmung? Buhrufe? Kritikpunkte? Gegenentwürfe?


liebe grüße

Ma'en
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Ma'en ist offline  
Alt 14.01.2007, 20:05   #45
Thoron
Spielmann
 
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Keine Buhrufe oder dergleichen.
Nur mal wieder die berühmten "Glaubensfragen".
Ich glaube z.B. das Amun ebenfalls eine Interpretation von Re-Harachte und/oder Osiris ist.Dieser hat sich dann mit den Jahrhunderten als eigenständiger Gott manifestiert.
Das ist allerdings wirklich nur eine Vermutung die ich Aufgrund
von Vergleichen der Beschreibungen dieser Gottheiten und den Reportagen die ich gesehen hab aufgestellt habe.Einige Bücher waren auch dabei. Decker ist da echt zu empfelen.
Dabei erhebe ich noch nicht mal den Ansatz von Richtigkeit.
Im Ganzen sind,glaube ich, viele der Göttergestalten auf Aspekte von einigen, wegigen Göttern und Göttinen zurückzuführen.
Klar. Von einigen weis man es ja aus Inschriften, aber welche waren denn wirklich beständig?
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Thoron ist offline  
Alt 15.01.2007, 09:56   #46
Nebtaui
Nachtjäger
 
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Zitat:
Zitat von Thoron Beitrag anzeigen
Klar. Von einigen weis man es ja aus Inschriften, aber welche waren denn wirklich beständig?
Das ist eine eigentlich ganz gute Frage. Womöglich wird man sie exakt nie beantworten können.

Ich greife mal frei von meiner körpereigenen Festplatte ab; Ungenauigkeiten bitte ich mit Bezug auf mein fortgeschrittenes Alter als "Alzheimer" zu bezeichnen und gutmütig zu übersehen :

Nehmen wir den "Fall" Aton. Noch bis vor wenigen Jahren glaubte man durchaus an einen politisch motivierten Kunstgriff von Amenophis III., immerhin existierten weder Artefakte noch überhaupt Indizien für Atons "ältere" Existenz.
Bis man entdeckte, daß Amenophis III einem sehr alten Tempelchen Atons in Theben eine reichliche Spende zukommen ließ und für eine recht üppige Sanierung des offensichtlich bereits halb verfallenen Tempel sorgte. Und plötzlich verfügen wir über einen Zeitstrahl Atons, der tatsächlich bei Amenophis beginnt und tatsächlich in die Vergangenheit zeigt.
Dieser Umstand sagt uns meiner bescheidenen Meinung nach gleich mehreres:
a) Aton war alles andere als ein "neu und künstlich erschaffener" Gott
b) der monotheistische Aspekt der Theologie ist wesentlich älter als geglaubt
c) er hatte zwar an Popularität, nicht aber an Bedeutung eingebüßt
d) Aton muß zu Amenophis' Zeit bereits regelrecht "alt" gewesen sein.

Die Echnaton-Hasserfraktion (der ich NICHT angehöre!) hätte wohl auch gern gesehen, wenn Aton, wie auch vermutet, nach dem Ableben des "Ketzers" verboten gewesen wäre. Was aber definitiv nicht der Fall war.
Die altägyptische Geschichtsschreibung selbst ist mit der "Nach-Amarnazeit" nicht so streng ins Gericht gegangen wie es hätte angenommen werden können; es gab nach Echnaton vielleicht eine Entfernung Atongläubiger aus hohen und höheren Staatsämtern, aber keine breitflächige Verfolgung.
So wie der Aton'sche Weg aus der Dunkelheit hervorkam, so kann er nach Echnaton auch wieder dorthin gegangen sein; auch wenn das Volk und die Regierung Aton nicht (mehr) präferierte, so existierte er in vielen Köpfen ganz offensichtlich weiter.
Hier stütze ich mich auf das wunderbare und sehr poetische Werk von Mahfus, der seine Protagonisten nicht grundlos lange nach Echnatons Tod auch weiterhin ihr Herz Aton widmen ließ.

Resumè: Wir haben mit einer geglaubt festgestellten "(Un-) Beständigkeit" massive Probleme. Was sich uns im Zeitraffer darstellt, war das Werk von Generationen und eher tendenzieller Veränderungen. Stellenweise wäre ich mit der Exegese von Schrifttum und anderweitigen Interpretationen nur wenig mutig und immer sehr vorsichtig; die Nichtanwesenheit von Artefakten muß nicht mangelnde Existenz bedeuten!
Hätten wir es mit einer Staatsdoktrin zu tun, die die Beachtung fremder oder anderer Gottheiten unter Strafe gestellt hätte, so verfügten wir ganz sicherlich in Form von Inschriften und/oder Gerichtsakten über schärfere und hellere Streiflichter. Es war Ägypten aber ein bißchen egal, wer wann an wen oder was geglaubt hat, solange die Bedeutung der Staatsspitze nicht in Zweifel gezogen wurde.

.... Mir fiele da noch der Aspekt "Month" ein, ich will euch aber nicht mehrere Bildschirmseiten Salbaderei zumuten ...
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Die Vergangenheit ist nicht tot. Sie ist noch nicht einmal vorbei. (Ramses II.)
Nebtaui ist offline  
Alt 16.01.2007, 06:35   #47
Ma'en
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em hotep!

Zitat:
Zitat von Thoron
Im Ganzen sind,glaube ich, viele der Göttergestalten auf Aspekte von einigen, wegigen Göttern und Göttinen zurückzuführen.
Klar. Von einigen weis man es ja aus Inschriften, aber welche waren denn wirklich beständig?
Gerade das sehe ich anders, und zwar aus historischen Gründen: Die ägyptische Religion ist gerade in ihren Ursprüngen geprägt durch eine Vielzahl nebeneinander existierender lokaler Gottheiten, die erst mit der Zeit in einer Art Pantheon zusammengefasst wurden, aber nie wirklich Vereinheitlicht.
Daher auch die verschiedenen Schöpfungsmythen, die an jeweils verschiedenen Orten entstanden sind.
Da hat man also Gottheiten, die sind allein oder in Göttergruppen die Herrscher einer bestimmten Stadt oder Region. Erst mit der Einigung des Reiches, und besonders mit der Einführung von Staatstempeln und Königskult auch in der Provinz (so ca. 6. Dyn), kann man auch allmählich von einer gesamtägyptischen Religion sprechen. Die Lokaltraditionen werden teilweise zusammengefasst, synkretisiert oder auf eine Landesebene ausgedehnt. Aber in der gesamten ägyptischen Geschichte haben die Götter nie ihre besonderen Bindungen an bestimmte Orte und Städte verloren. Stets bleibt eine Unterscheidung von Reichsgott und Staatskult, der die Residenz beherrscht, und der ungeminderten Fortführung lokaler Traditionen.

Daher würde ich es eben genau anders herum betrachten: Wir haben es in Ägypten mit einer Vielzahl von teilweise vollkommen unabhängigen Gottheiten und Mythen zu tun, die dann je nach Bedarf und Situation kombiniert, betont oder umgedeutet werden.
Also kein Stammbaum, wo aus einer Wurzel sich in viele Zweige aufspalten, sondern vielleicht eher ein Seil, in dem viele parallele Fasern umeinander gewunden sind.

Und zum Thema Inschriften: Unterschätz mal die Quellenlage nicht! Wir haben aus Ägypten ein außerordentlich reiches Quellenmaterial in Schrift und Bild überliefert.

Zitat:
Zitat von Nebtaui
Stellenweise wäre ich mit der Exegese von Schrifttum und anderweitigen Interpretationen nur wenig mutig und immer sehr vorsichtig; die Nichtanwesenheit von Artefakten muß nicht mangelnde Existenz bedeuten!
(...)
Es war Ägypten aber ein bißchen egal, wer wann an wen oder was geglaubt hat, solange die Bedeutung der Staatsspitze nicht in Zweifel gezogen wurde.
Wir sind mal wieder einer Meinung...

Zitat:
Zitat von Nebtaui
... Mir fiele da noch der Aspekt "Month" ein, ich will euch aber nicht mehrere Bildschirmseiten Salbaderei zumuten ...
Oh, nur zu!! Dann muss ich mich nicht so dafür schämen, wenn ich euch wieder seitenlange Ergüsse zumute...
Nee, im ernst, nur her damit!!

liebe grüße

Ma'en
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Ma'en ist offline  
Alt 16.01.2007, 18:00   #48
Thoron
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Ups. Da hab ich mich vieleicht etwas "verzählt".
Mit "wenige" Götter meine ich so was zwischen 12-15.
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Thoron ist offline  
Alt 16.01.2007, 19:37   #49
Ma'en
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Hi Thoron

Habe ich das richtig verstanden, deine Idee ist, dass es so 12-15 Gottheiten gibt, und alle anderen sind irgendwie Aspekte oder Weiterentwicklungen von diesen?
Im Sinne von: Amun als Schöpfergott ist an den heliopolitanischen Atum und an Re angelehnt, Upuaut ist vielleicht nichts anderes, als ein Titel des Anubis, Bat ist von Hathor nicht klar zu trennen, Atum kann als nächtlicher Re gedeutet werden, meinst du so was?

Nun, da muss man finde ich immer vorsichtig sein und sehen, welche Gottheiten vielleicht erst nachträglich aneinander angeglichen wurden.
Und ich glaube ja, dass du die Zahl immer noch zu tief ansetzt. Lass mal sehen, wie viele ich auf Anhieb zusammenbekomme, an einigermaßen bekannten Göttern die meiner Meinung nach in ihrem Ursprung vollkommen unabhängig voneinander sind. (Nicht im Sinne von Verwandschaft und Mythologie unabhängig, sondern im Sinne von Wesen und Funktion)

Neith
Min
Horus
Hathor
Re
Anubis
Nechbet
Wadjet
Schu
Tefnut
Nut
Geb
Osiris
Isis
Seth
Nephtys
Bastet
Ptah
Thoth
Seschat
Monthu
Chons
Sobek
Satet
Khnum
Ma'at
Taweret(Thoeris)
Bes
Renenet

So an die 30. Spontan. Ohne die abstrakteren Gestalten, Begriffsgötter und Ortsgötter, wie Nun, Heh, Merseger etc.


liebe grüße

Ma'en
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Alt 17.01.2007, 11:08   #50
Thoron
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Salam. Ich kann nur sagen das ich es hasse, wenn mich wer auf mein Unwissen festnagelt. (Spaß)
Leider habe ich für einige deiner Auflistungsgottheiten grad kein Bild vor auge und muß erst mal wieder Bücher wälzen.
Aber zu Hator und Nechbet kann ich gleich was sage. Hier vermute ich, das es sich um Aspekte von Isis handelt. Sie haben ähnliche Artibute.
Ich denke es ist sowas änliches wie eine Dreieingkeit die die Jungfrau,die Mutter und die alte Frau dastellt.So wie im Keltische auch verwendet.
Ich will jetzt nicht behaupten das Nechbet eine alte Frau ist (duck), aber ich habe gerade keinen Besseren Vergleich parat.
Naith ist für mich der Legende nach die ich kenne, ja auch nicht als Göttin gebohren, sonder wurde zum Göttlichen Status erhoben (änlich Imhotep).
Bei Ma'at bin ich mir noch immer nicht sicher, wie ich SIE bezeichnen soll. Für mich steht sie sogar noch über den Göttern und ist die unausweichliche und sich immer erfüllende Gerechtigkeit. Der Ausgleich von allem am Schluss und somit noch nicht einmal das Gegenstück zu Seth, der ja nun mal das Ganze etwas durchmischen soll. Letztendlich wird auch er dem Ausgleich anheimfallen, wenn Anubis die letzte Tür hinter sich zumacht. *klapp*
Chon und sein Kollege von der anderen Barke sind für mich auch "bloss" (nicht falsch verstehn)Angestellte bei Götterns zu hause. Macht sich nicht minder wertvoll aber eben nicht unbedingt zu Göttern.(Mag sie trotzdem ganz dolle).
Ptah vermute ich, war ein Aspekt von Osiris. Schaut euch mal die Darstellungen und die Atribute an. Wenn das nicht auf den guten,grün-weissen hindeutet dann weis ich es nicht.
Soviel für heute. Mein Keyboard raucht schon. Hab ich mal erwänt, das ich eigentlich schreibfaul und ein unglaubliche Rechtschreibgigant bin
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Thoron ist offline  
Alt 17.01.2007, 21:24   #51
Solina Sara
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@Thoron

also mit den Aspekten das der Gott nur ein Aspekt von dem ist wäre ich bei den Ägyptern vorsichtig. Einige wurden zu Aspekten gemacht obwohl sie eigentlich eigenständige Götter waren, bei anderen kann es auch an unserem unverständnis der Vielfalt liegen. So versucht man immer wieder Sachmet und Bastet in einen Topf zu stecken obwohl sich beide Ursprünglich in ganz anderen Gegenden entwickelt haben.

Man sollte sie vorallem nicht mit den Götterwelten anderer Länder vergleichen, vieleicht eher als einen einmaligen Multidimensionalen Polytheismus mit hoher Update Rate. Denn eines kannten die alten Ägypter absolut nicht: statische Götter die über Generationen gleich blieben.

hier noch ein paar Gottheiten:

Upuaut,
Selket,
Anuket,
Uto(Buto, Udjat oder Edjo)
Harsaphes,
Amun
Aton
Mut,
Nefertem,
Sachmet,
Heket,
Hapi,
Meschenet
Schai,
Renenet,
Hu,
Sia,
Sehem
Heh,
Sokaris,
Selket,
Meretseger,

so mir fallen jetzt auf anhieb nicht mehr ein, da müßte ich dann nachschaun.

@ Ma'en, na komm schon, wenn schon, denn schon und aus mancher kleinen Lokalgottheit wurde noch ein ägyptenweiter (nich haun) Superstar

em hotep

Solina Sara
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Solina Sara ist offline  
Alt 18.01.2007, 23:16   #52
Ma'en
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em hotep

Zitat:
Zitat von Thoron
Ich kann nur sagen das ich es hasse, wenn mich wer auf mein Unwissen festnagelt. (Spaß)
Sorry, das war echt ziemlich fies von mir...
Ich weiß, ich habe da einen gemeinen Vorteil, weil ich Ägyptologie studiere und deshalb die ganzen Sachen halt sowieso lernen muss.
Versteh mich bitte nicht falsch: wenn ich deine Postings mit meinen Argumenten zu widerlegen versuche, dann nicht um dich irgendwie persönlich anzugreifen oder zu missionieren. Du hast ein gutes Recht, die ägyptischen Gottheiten genau so zu interpretieren wie du es für richtig hältst!
Nur wenn es um historische Fakten geht, dann kann ich eben selten widerstehen da meinen Senf dazuzugeben. Wie gesagt, nimm es bitte nicht persönlich!

Grundsätzlich kann ich deine Einstellung denke ich schon nachvollziehen (wenn ich dich da überhaupt richtig verstanden habe): Wenn man Gottheiten rein im Bezug auf ihr Wesen und ihre Funktion ansieht, dann kann man natürlich auf einer theoretischen Ebene eine Menge Verbindungslinien zu allem möglichen sehen.
So eine Interpretation ist auch vollkommen in Ordnung, wenn man aus einer modernen und externen Perspektive an die Sache herangeht. Wenn man ägyptische Gottheiten, wie die Griechen es taten, in die eigenen Konzepte von Göttlichkeit einfügt oder wenn man sich allein auf Intuition und persönliche Erfahrung verlässt.
Doch wie Solina Sara schon sagte, wenn man versucht die altägyptische Perspektive zu rekonstruieren und die ägyptischen Gottheiten in ihrem ursprünglichen Kontext zu sehen, dann muss man da viel vorsichtiger sein und die jeweiligen Besonderheiten und die Herkunft einer Gottheit beachten.

Zitat:
Aber zu Hator und Nechbet kann ich gleich was sage. Hier vermute ich, das es sich um Aspekte von Isis handelt. Sie haben ähnliche Artibute.
Ich denke es ist sowas änliches wie eine Dreieingkeit die die Jungfrau,die Mutter und die alte Frau dastellt.So wie im Keltische auch verwendet.
Ich will jetzt nicht behaupten das Nechbet eine alte Frau ist (duck), aber ich habe gerade keinen Besseren Vergleich parat.
Würde ich eben nicht so sehen. Hathor ist kein Aspekt von Isis, sie ist eine ganz eigene Persönlichkeit - und das sowohl historisch gesehen, als auch in meiner persönlichen Erfahrung. Und Nechbet ist noch mal jemand anders.
Wo siehst du denn die Gemeinsamkeiten? Isis und Hathor beide 'Muttergöttinnen'? Alle drei Beschützerinnen Ägyptens? Nun der Punkt ist, so gut wie alle Göttinnen Ägyptens haben den Aspekt der Schützerin.
Und Isis ist die Mutter des Horus, und sie setzt ihren ganze Macht ein um diesen ihren Sohn zu schützen und im den Thron zu sichern. Hathor dagegen ist eine Göttin, die wie eine Mutter für ihre Schutzbefohlenen sorgt. Erst in der Spätzeit, als der Isiskult seine Blüte erlebte, wurden die beiden vermischt, aber da wurde auch so ziemlich jede andere Göttin als Aspekt der Isis gesehen (Daher unterscheidet meine Religionsgemeinschaft übrigens strikt zwischen der ursprünglichen rein ägyptischen Isis, die wir Aset nennen, und der griechisch-ägyptischen Isis der Spätzeit)
Nechbet ist eine viel abstraktere Gestalt, eine alte oberägyptische Lokalgöttin, die bald zur Schutzherrin des oberägyptischen Landesteils wurde und deren Wesen weitgehend auf diese eine Funktion reduziert war.
Das Idee der drei Göttinnen als Jungfrau, Mutter und Greisin, die findet sich in Ägypten eben nicht, dort ist man viel mehr auf Dualismen konzentriert.
*Spassmodus an*
Im übrigen, wenn Nechbet die alte ist, wer ist dann die Jungfrau? Isis und Hathor sind beide Mütter und keine von ihnen ist das, was man im herkömmlichen Sinne als *unschuldig* bezeichnen könnte: Es gibt BILDER von Isis beim Sexualverkehr. In Tierform, mit ihrem toten Gatten und einem Dildo. im Tempel. Und Hathor hat mal bei einem Wutausbruch beinahe die Menschheit ausgerottet, betrinkt sich gern auf wilden Partys und es heißt, sie habe einmal ihren Vater aufgemuntert indem sie vor seinem Gesicht ihr Kleid lüpfte. (Ich liieeebe ägyptische Mythologie )
*Spassmodus aus*

Die story , dass Neith ursprünglich gar keine Göttin war, habe ich noch nie gehört. Im Gegenteil, da das Symbol der Neith oft auf prädynastischen Artefakten auftaucht gilt sie als eine der ältesten Gottheiten Ägyptens!

Bei Ma'at wiederum gebe ich dir vollkommen recht, die ist auf jeden Fall eine Kategorie für sich. Ich sehe Ma'at vor allem als ein abstraktes Prinzip (naja, nicht *ein* Prinzip sondern vielmehr *das* Prinzip), welches aber in Form einer Göttin personifiziert werden kann.

Was Ptah und Osiris anbetrifft, so haben die finde ich durchaus eine ähnliche Persönlichkeit, jedoch ist Ptah ganz klar ein Schöpfergott, und das ist Osiris nun mal nicht. Allerdings können die beiden in der Tat als Ptah-Sokar-Osiris synkretisiert werden.


Solina Sara, danke für die Ergänzungen!
Einige davon hatte ich in meiner Aufzählung allerdings mit Absicht weggelassen, weil sie mir zu eng mit einer anderen Gottheit verbunden sind, und ich wollte ja gerade die voneinander unabhängigen Gestalten aufzählen.
So hängt Upuaut mit Anubis zusammen, Selket ist der Isis recht nahe, Sokar dem Osiris und Sachmet der Hathor.
Uto hatte ich übrigens als Wadjit gelistet, sorry, ich bin da an die ägyptischen Versionen gewohnt (Bei Taweret musste ich echt überlegen, wie die noch mal auf griechisch heißt, und bei Harsaphes musste ich googeln wer das ist, weil ich ihn nur als Herischef im Kopf hatte)
Ansonsten können wir hier natürlich gerne das Listen schreiben anfangen, aber wenn keiner außer uns weiß wer diese Gottheiten überhaupt sind, hat das finde ich wenig Sinn. Ich meine, wer außer uns Freaks hat schließlich schon mal von Meschenet gehört und weiß, was ein Geburtsziegel ist?
Und wenn ich hier anfange mit so Namen wie Raet-taui und Unut um mich zu werfen, dann brocke ich mir ja doch blos ein, dass ich das dann erklären muss, wer die sind...

Aber wenn du willst können wir ja mal versuchen, so eine Art grobe Übersicht zu erstellen, mit einer Unterscheidung nach Lokalgott und Begriffsgott oder so - aber das dann wohl besser in dem anderen Thread.


liebe grüße

Ma'en
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Alt 19.01.2007, 00:57   #53
Solina Sara
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@Ma'en

das ist eine Überlegung wert, ein eigener Thread für ägyptische Gottheiten, hm wollen wir die nach Kategorien ordnen oder in Klammern dahinter setzen, was machen wir aber mit den "Ex-"Lokalgottheiten wie zB Bastet und andere?

Außerdem vieleicht bekommen wir ja alle oder zu mindest fast alle von den (wieviele waren das zu Hochzeiten ?3000 ein paar rauf oder runter??sorry aber mein Zahlengedächnis ist nicht das beste) zusammen.

Und danach damits bunter wird ordner wir auch noch die Tiere den Gottheiten zu. Und wenn wir dann alt und weißhaarig sind können wir ja das ganze mal sortieren.

em hotep

Solina Sara
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Solina Sara ist offline  
Alt 19.01.2007, 01:14   #54
Ma'en
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@ Solina, sooo ausführlich braucht es vielleicht doch nicht zu sein:
Es gibt da schon ein Buch, dass so etwas ähnliches macht, des "Lexikon der altägyptischen Götter und Götterbezeichnungen". Darin sind so ziemlich alle Götter, Synkretismen und Titel verzeichnet.
Das Lexikon der ägyptischen Götter und Götterbezeichnungen (LGG) enthält auf mehr als 5.500 Seiten oder 16.500 Spalten rund 56.500 Haupteinträge, knapp 100.000 Querverweise und etwa 200.000 Textbelege;
Wir haben es bei uns in der Bibliothek stehen: mehrere großformatige Bände mit minikleinem Druck und dünnem Papier, und alle auf einmal kann ich kaum hochheben.

Ich dachte eher an ein Verzeichnis der bekannteren Gottheiten, eher als Einführung und Überblick. Wobei ich vor allem eine Einteilung in Kategorien und Hinweise auf Querverbindungen interessant fände, reine Listen mit Beschreibungen, da gibt es im Netz ja schon so einiges.


liebe grüße

Ma'en
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"Ich habe jeden Menschen gleich wie seinen Nächsten erschaffen, und ich habe nicht befohlen, dass sie Böses tun, sondern es sind ihre Herzen, die nicht beachten was ich gesagt habe."
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